Beim Blick in die Zukunft geht es darum, Möglichkeiten aufzuzeigen und Visionen zu schaffen. Im Alltag aber bleiben wir viel zu oft im Heute hängen – oder noch schlimmer im Gestern. Nicht falsch verstehen: Es ist wichtig, dass wir achtsam sind und im Hier und Jetzt leben, dass wir uns nicht selbst überholen, von einem Termin zum anderen hetzen und sogar an den Wochenenden einen durchgetakteten Zeitplan haben. Das hat auch gar nichts mit Zukunft zu tun. Vielmehr rennen wir so von ihr davon. Wollen wir Zukunft aktiv gestalten – und das ist möglich! –, müssen wir Zukunft denken, entsprechend agieren und kommunizieren. Erst wenn wir unsere Gedanken in Worte fassen, kann Zukunft geschehen. Also: Sprechen wir Zukunft!

Zukunftssprache. Viel wurde schon über die Kommunikation der Zukunft geschrieben. Allerdings ging es dabei meist um das Wie: Etwa, dass wir künftig vermehrt digital kommunizieren werden. Das vergangene Jahr hat gezeigt, dass wir auf dem besten Weg dorthin sind. Gut so. Denn wenngleich sich wohl jeder danach sehnt, dass face-to-face wieder zum Alltag wird, erleichtern Online-Meetings durchaus das (Business-)Leben.

Mit „Sprechen wir Zukunft“ ist aber nicht das Wie gemeint, sondern die Kommunikation selbst: Sprache, Worte, Inhalt. Es gilt, ein Verständnis für einzelne, auch neue Begriffe zu entwickeln, sodass wir in der Folge mit einem tiefen und unerschütterlichen Wissen miteinander Zukunft sprechen können – und nicht (nur) „über die Zukunft“. Wollen wir das Morgen und Übermorgen selbst in die Hand nehmen, ist Zukunft eine eigene Sprache, die wir erlernen dürfen und die zur Erschaffung von Kontexten und Bezügen beiträgt. Es ist eine Sprache, bei der Worte keine fixen Bedeutungen haben. Vielmehr können sie individuell unterschiedlich interpretiert werden – für einen persönlich, für ein bestimmtes Projekt, für die Strategieentwicklung im Unternehmen… whatever.

Erst wenn wir fähig sind, Zukunft zu sprechen, können wir den Inhalt nach außen tragen. Nicht erst morgen, sondern heute. Denn morgen ist das, was heute passiert! Früher sind Veränderungen linear vonstatten gegangen: Auf eine Veränderung folgte ein Zustand, dann wieder Veränderung und wieder Zustand und so weiter. Darauf hatten wir uns eingestellt. Es hat uns allerdings auch sehr starr gemacht. Heute findet Zukunft immer mehr in Echtzeit statt und zwar rund um die Uhr. Sie wird schneller, dynamischer, volatiler und, ja, komplexer.

Das mag im ersten Moment möglicherweise Angst bereiten. Wird uns allerdings klar, dass wir in so einem Umfeld mit jeder Entscheidung, die wir bewusst oder unbewusst treffen, Zukunft gestalten, kann das einen Rieseneffekt haben – ähnlich dem Schmetterlingseffekt von Edward N. Lorenz. Der US-Meteorologe und Wegbereiter der Chaostheorie stellte in den 1960er Jahren die Frage, ob der Flügelschlag eines Schmetterlings in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann. Und ja, in einem nichtlinearen, dynamischen System kann eine beliebig kleine Änderung der Anfangsbedingungen langfristig tatsächlich eine große Auswirkung auf die Entwicklung des gesamten Systems haben. Folglich ist klar, dass in so einem Umfeld alte Mechanismen mit linearem Denken, linearen Lösungen und linearem Management nicht mehr funktionieren.

Entrücktes Morgen. Es braucht also neue Herangehens- und neue Denkweisen. Und da die Gedanken schlussendlich als Worte nach außen gelangen, auch eine neue Sprache – Zukunft eben. Hört sich vielleicht etwas entrückt an. Bedenkt man jedoch, dass „entrückt“ laut Duden „auf sehr angenehme Weise der Wirklichkeit entzogen“ bedeutet, schaut die Sache schon ganz anders aus. Zukunft ist nicht Wirklichkeit – Zukunft gestalten allerdings schon. Zukunft ist ein Feld von Möglichkeiten und es liegt an jedem einzelnen, wie groß, wie bunt, wie schön oder eben wie angenehm entrückt dieses Feld ist.

Beim Reden entstehen Ideen, Dinge, Projekte. Freilich nur, wenn man dieselbe Sprache spricht und sich versteht. Steigt man bei Zukunftsgestaltung, Möglichkeitsräume, Zukunftsdesign, Chancenpotenziale und anderen ähnlichen Worten gedanklich aus, funktioniert das nicht. Wenn dabei aber visionäre Gedanken dazukommen, wenn wir Zukunftsfragen in den Raum werfen, ohne sie auf der Stelle beantworten zu wollen, kann Großes passieren.

Letzteres passiert gerade bei der Future Design Akademie. Neugierig? Dann melde Dich, damit wir uns bei einem (online-)Treffen unterhalten können, was es für Dich (und Dein Unternehmen) bedeuten kann, Zukunft zu sprechen.